Die Montagswolke 8 …

Montagswolke-Hallo-Web3aa

Hallo Montag,

da bist du ja schon wieder …

… und zeig mal, was du mitgebracht hast …

Das perfekte Bild

Es ist Montag. Schon wieder. Und ich suche nach einer Idee für meine Montagswolke …
Doch was tut man, wenn einem absolut nichts einfällt, wenn man überlegt und überlegt und kein Gedanke gut genug zu sein scheint, um der Montagswolke gerecht zu werden?

Perfekt soll sie sein. Doch was, wenn die Perfektionistin in mir jeden angefangenen Gedanken niederstreckt? 

20150616_121755-Web

Ich sitze da und grüble. Die Gedankenstränge verknoten sich immer mehr und am Ende bleibt ein riesiger Gedankenknoten übrig, der alles blockiert.
Der Montag schreitet voran und mir läuft die Zeit davon. Was nun?

Ich reise mit euch mal kurz ein paar Jahre zurück …

Es war Anfang 2006 und ich befand mich im ersten Jahr meines dreijährigen Schreibstudiums, als ich auf eine Aufgabe stieß, die mich bis an meine Grenzen brachte.
Meine Mutter war 4 Monate zuvor gestorben, und auch so war mein Leben zu dieser Zeit alles andere als glücklich.
Die einfache Studienaufgabe bestand darin, zu einem Bild eine Geschichte zu schreiben …

Täglich starrte ich auf das blöde Bild, auf dem ein überaus glückliches Paar beim Picknick zu sehen war. Das Bild erstrahlte nur so vor Harmonie, Glück und Idylle. All das, was ich zu dem Zeitpunkt nicht besaß.

P1020318-Web2

DREI Monate vergingen, ohne eine einzige Idee. Ich war völlig blockiert.
Bei „Picknick im Freien“ dachte ich an Ameisen und Wespen, doch dieses blöde Paar strahlte mich nur glücklich an. Ich wurde richtig wütend auf sie. Ich hatte Scheuklappen auf und konnte keinen Konflikt, der nun mal den Stoff einer guten Geschichte ausmacht, hinter dem Zahnpastalächeln des Liebespaares entdecken. Nur pures Glück und Harmonie. Alles schien so perfekt. Und MEIN Leben war gerade alles andere als perfekt.
Doch die Geschichte für mein geliebtes Schreibstudium sollte perfekt werden.

Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und schrieb darüber, was das Bild in mir auslöste. Ich wollte endlich herausfinden, was mich so dermaßen blockierte.

Nachdem ich damit fertig war, schrieb ich tatsächlich eine Geschichte. „Die Harmoniefalle“. Sie handelte von einer Autorin, die über das Bild schreiben soll und sich da hineinsteigert. 🙂 Es war in meinen Augen keine Geschichte für das Studium, weil nicht perfekt genug, aber sie war humorvoll und sehr befreiend.

Danach gab es eine weitere Geschichte mit dem Titel „Ein Picknick mit Tränen“. Als ich erkannte, über was ich da schrieb, nämlich über das, was sich die ganze Zeit so traurig in meiner Seele verbarg, was dieses Bild für mich so unerträglich machte, überarbeitete ich sie und gab ihr einen neuen Titel: „Unwetterwarnung“. Es wurde eine sehr persönliche Geschichte, die zu viel über mich verriet und die ich deshalb ebenfalls nicht verwenden wollte.

Doch nachdem ich mir all das von der Seele geschrieben hatte, war ich bereit für die eigentliche Geschichte. Es wurde eine ziemlich kitschige und traurige Liebesgeschichte, mit dem Titel „Morgen ist alles anders“, aber ich hatte die Aufgabe endlich geschafft und mein Studium konnte weitergehen. Nur das zählte.

4 Monate Studienrückstand hat mir dieses Bild letztendlich eingebracht, aber ich hatte etwas Wertvolles über mich erfahren. Nämlich, wie ich erfolgreich mit einer Blockade umgehen kann, dass Schreiben direkt aus der Seele heraus mich tröstet und dass ich durch unzensiertes Schreiben mich selbst besser kennen und verstehen lerne.

IMG_1321-Web

Wenn ich heute beim Schreiben blockiert bin, muss ich immer an dieses blöde Picknickbild denken. Dann fange ich an zu schreiben, über die Blockade, wieso mir nichts einfällt usw. Erst mal nur für mich, unzensiert und unperfekt. So kann ich loslassen und die Worte fließen dann oft wie von selbst. Und wenn es mal nicht klappt, dann versuche ich es am nächsten oder übernächsten Tag erneut. Schließlich können die Worte sich nicht ewig verstecken.

Kommen wir zurück zur heutigen Montagswolke und zu der Frage:
Was nun?

Während ich all das hier geschrieben habe, haben sich meine Gedankenstränge gelockert. So lassen sie sich entwirren und der Knoten löst sich auf.
Und plötzlich fließen sie wieder, die Gedanken …

IMG_0205Web

Meine Montagswolke muss gar nicht perfekt sein. Sie muss nur von mir sein, authentisch sein. Worte direkt aus meiner Seele, von mir für euch, denn ich denke, das ist es, was sie ausmacht und warum ihr sie gerne lest.

Genau so ist es mit dem Montag. Er muss nicht perfekt sein. Wichtig ist nur, dass es UNSER Montag ist. Ein Montag, dem wir ein Stück unserer Seele einhauchen, ein Montag, den wir mit unserem Herzen leben. So birgt jeder Montag die Möglichkeit, ein toller wunderbarer Tag zu werden.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen unperfekten, aber authentischen und zauberhaften Montag und einen ebensolchen Start in eine wunderbare Woche,

doll(99)Martina Hildebrand

P. S.
Noch was … heute gibt es nach 6 Monaten Pause einen neuen Beitrag auf meinem Weihnachtsblog!!!
Wer wissen will, wohin ich auf dem Bild hier unten zeige …

IMG_1130-Web

… und wem ich im Juni in Bremen begegnet bin, der kann das heute in meinem Weihnachtsblog nachlesen …

Advertisements

Über buchstabenwiese

Mehr über mich findest du in meinen Blogs: www.buchstabenwiese.wordpress.com www.derbuchstabenwieseweihnachtsblog.wordpress.com
Dieser Beitrag wurde unter Die Montagswolke, Innenwelten, Schreiben, Zeitreise abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

23 Antworten zu Die Montagswolke 8 …

  1. Deine Christine! schreibt:

    Manchmal hilft es ungemein, alles Revue passieren zu lassen und dann….. ist die Blockade weg und es läuft…. Alles Gute

    Gefällt mir

  2. nixe schreibt:

    Liebe Martina,
    erst einmal muß ich 2. vorweg nehmen: du verstehst es sehr gut Werbung zu machen 😉 du machst neugierig auf deinen Weihnachtspost..obwohl ich eigentlich von Weihnachten nix wiisen will…noch nicht. Soifz..aber ich bin halt neugierig ….zähnsknirsch
    Und an deiner Montagswolke, deiner so nebenbei erzählten interessanten Biografie, mit seinen Höhen und Tiefen, wie das Leben so ist, mag ich das erste Foto sehr gern.
    Der Teddy steht auf seinem blauen Planeten..nicht ne Wolke, es ist ein ganzer Planet….mit geballter Kraft, steht er felsenfest auf seinem Planeten und schaut so als ob er sagen möchte: Was kann mir schon passieren, ich stehe gut!
    Herzliche Grüße von der Nixe

    Gefällt mir

    • buchstabenwiese schreibt:

      Dann sollte ich vielleicht in der Werbung arbeiten, liebe Nixe. 😉
      War voll beabsichtigt, die natürliche Neugier der Menschen habe ich mit eingeplant. Wer geht sonst im August auf einen Weihnachtsblog. 😉

      Danke schön, das freut mich sehr. 🙂
      Schöner Gedanke, dass der Teddy mit geballter Kraft felsenfest auf seinem Planeten steht. Gefällt mir sehr. Auch hierfür danke. ❤

      Ganz liebe Grüße,
      Martina

      Gefällt 1 Person

  3. wordsfromanneli schreibt:

    Thanks for sharing this, Martina. We all have these feelings inside us and some of us keep them repressed forever. I think it’s good to let them out and deal with them. I liked reading about how you went through writer’s block. I’ve struggled with it too from time to time. Very interesting post. Have a great week.

    Gefällt mir

    • buchstabenwiese schreibt:

      Gerne, liebe Annli.
      Auch ich glaube, dass es besser ist, diese Gefühle rauszulassen und sie genauer anzusehen. Beim Schreiben kommt so manches Gefühl zutage, von dem man gar nicht wusste, dass es da ist. Man kann dann viel besser damit umgehen.
      Danke schön, es freut mich sehr, dass der Post dir gefällt. ❤
      Eine schöne Woche wünsche ich dir und liebe Grüße,
      Martina

      Gefällt 1 Person

  4. Beate Neufeld schreibt:

    Liebe Martina,
    es ist sehr interessant zu erfahren, wie Du aus dieser Blockade herausgekommen bist.
    Dieser Weg kann wahrscheinlich auch bei anderen Blockaden helfen.
    Das erinnert mich an ein Buch, dass noch auf meiner Wunschliste steht:
    http://www.amazon.de/Von-Seele-schreiben-Entdeckungsreise-selbst/dp/3451315769/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1440440465&sr=1-1&keywords=von+der+seele+schreiben

    Sei herzlich gegrüßt von:
    Beate

    Gefällt mir

  5. helago schreibt:

    Das war heute vielleicht ein (typischer) Montag… zunächst erhielt ich eine Nachricht die mir überhaupt nicht in den Kram passte. Mein Beifahrer rief kurz vor 8 Uhr auf meinem Mobiltelefon an um mir mitzuteilen, dass er am kommenden Samstag nicht wie vereinbart an der Oldtimerausfahrt in Schifferstadt teilnehmen kann. Gedanken ratterten unaufhörlich: wo bekomme ich jetzt einen Ersatz-Beifahrer? Ich habe einen Arbeitskollegen angesprochen, der möchte zuerst mit seiner Freundin reden. Heute abend habe ich dann noch mit einem Bekannten telefoniert, der allerdings seinen Terminplaner nicht parat hatte, denn er war im Auto unterwegs. also haben wir vereinbart, dass er sich morgen früh bei mir meldet.
    Zwischendurch dachte ich an deine Montagswolke und welches Thema du dafür auswählen wirst.Der Vormittag zog sich schier endlos hin bei der Arbeit, Das mag ich überhaupt nicht. Deinen Eintrag habe ich mit großen Interesse gelesen auch wenn ich beim Schreiben recht selten eine Blockade habe. Gestern habe ich übrigens einen Bericht zur Hohlwegwanderung mit der PAMINA Gruppe geschrieben. allerdings hatte ich zwischendurch einen Hänger. Bin mal gespannt was morgen herausgekürzt wurde.
    Euch einen guten Start in die neue Woche.

    Salut
    Helmut

    Gefällt mir

    • buchstabenwiese schreibt:

      Oh oh, lieber Helmut. Wäre das an einem Dienstag passiert, hättest du da etwa auch „das war ein typischer Dienstag“ geschrieben. 😉
      Mal abgesehen vom Wochentag … da kam ja wirklich einiges zusammen. Ja, so Tage gibt es.
      Aber ich lese jetzt mal das Positive da heraus: Du hast an mich und meine Montagswolke gedacht. 🙂

      Ich drück dir die Daumen für einen angenehmen Beifahrer.

      Danke dir .

      Herzliche Grüße,
      Martina

      Gefällt mir

  6. einfachtilda schreibt:

    Wenn es mir nicht gut geht, ich traurig bin, dann kann ich gar nichts schreiben, da gehen auch kaum Kommentare.
    Mir hilft sehr oft traurige Musik hören, dann heulen und mit einem ganz lieben Menschen reden.
    Meistens ist alles am nächsten Tag etwas erträglicher.
    Der heutige Montag war sehr gut, das Wochenende ebenfalls und ich wünsche dir noch eine gute Nacht mit schönen Träumen ⭐ ⭐

    Liebe Grüße von Mathilda ❤

    Gefällt mir

    • buchstabenwiese schreibt:

      Das geht mir auch manchmal so, liebe Mathilda. ❤
      Ich hatte auch schon Phasen, da ging schreibtechnisch gar nichts. Nicht mal jammern. 🙂
      Das ist bei mir dann so, wenn ich mich vor etwas verschließe und ich (noch) nicht bereit bin, mich damit auseinanderzusetzen.
      Wenn ich es aber schaffe nur für mich zu schreiben – eher so tagebuchmäßig – dann löst es sich langsam und mir geht es besser.
      Weinen hilft mir dann auch. Das kann ich auch sehr gut beim Schreiben, wenn niemand zuguckt.

      Das freut mich total. ❤
      An einen Traum erinnere ich mich nicht, aber ich gut geschlafen habe ich, glaube ich. 🙂
      Ich wünsche dir einen wunderschönen Dienstag.

      Liebe Grüße,
      Martina ❤

      Gefällt 1 Person

  7. kowkla123 schreibt:

    mit Geduld wird es schon wieder kommen, so ist es, alles Gute für Heute

    Gefällt mir

  8. minibares schreibt:

    Liebe Martina,
    so hast du erlebt, wie du dich aus dem Sumpf ziehen kannst.
    deine Bärbel

    Gefällt mir

  9. ernstblumenstein schreibt:

    Ich habe im letzten Winterhalbjahr einen Kurs in einer Schreibwerkstatt belegt, um erzählen zu lernen. Werde im Oktober einen weiteren Kurs belegen. Ich bin bei jedem Schreibprojekt am Anfang sehr blockiert und brauche viele Anläufe, um einigermassen was Gscheites hinzukriegen.
    Im Gegensatz zu Dir – deine Geschichte ist gekonnt geschrieben, Chapeau…
    Liebe Grüsse Ernst

    Gefällt mir

    • buchstabenwiese schreibt:

      Danke schön, lieber Ernst.

      Ich habe auch mal – zusätzlich zum Fernstudium damals – einen psychologischen Schreibkurs bei der VHS belegt. Da haben wir auch während der Stunde vor Ort etwas geschrieben … ich muss sagen, da war ich ganz oft blockiert. Zum einen war ich da noch nicht so frei, was das Schreiben angeht und zum andern … so auf Kommando, das fällt mir immer etwas schwer. Man muss loslassen – was leichter klingt als es ist 🙂 – und am besten drauflos schreiben, alles, was einem in den Sinn kommt, dann löst sich die Blockade. Wenn man dann all die Worte geschrieben hat, die einen blockieren, dann fließen auch die anderen Worte. 🙂
      Gerade anfangs ist man so darauf fixiert etwas „Gescheites“ hinzukriegen, dass man erst recht blockiert ist. Nichts erscheint einem gut genug. Und dann klappt gar nichts. Dabei macht es nichts, wenn nicht alles gut ist, was man schreibt. So lernt man und wird geübter im Schreiben. Und das was einem nicht gefällt, wirft man einfach weg. 😉

      Liebe Grüße,
      Martina

      Gefällt mir

Immer her mit den Buchstaben. :-) Danke schön. ♥

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s