Eine unheimliche Begegnung

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Der Himmel war grau. Nebel hing über den Feldern und die Feuchtigkeit kroch in die Kleider.
Ich spazierte an Zuckerrüben vorbei, die zu meterlangen Hügeln aufgeschichtet waren, und näherte mich einem großen Maisfeld. Ein Teil der Pflanzen war bereits abgeerntet.
Ich ließ meinen Blick über die Stoppeln, die aus der Erde ragten, gleiten.
Plötzlich sah ich etwas.
Stand dort ein Mensch mitten auf dem Feld? Genau dort, wo das Stoppelfeld aufhörte und das noch unversehrte Maisfeld anfing?  

Ich war noch zu weit weg, um Genaueres erkennen zu können und der Nebel erschwerte mir die Sicht, doch ich konnte den Blick nicht von der Gestalt abwenden, die ich zu sehen glaubte. War es nur ein Schatten oder tatsächlich ein Mensch?
Aber was sollte ein Mensch mitten auf dem Feld? Es sah so aus, als stünde er einfach nur da.
Ich blieb stehen, kniff die Augen zusammen und starrte ihn an.
Ich fühlte mich beobachtet. So, als starre dieser Jemand mich genauso an, wie ich ihn.
Schnell ging ich weiter, ohne den Schatten aus den Augen zu lassen.
Er bewegte sich keinen Millimeter. Erst als ich näherkam, hatte ich das Gefühl er sei ein Stück ins Maisfeld geschwebt.

Geschwebt? Was glaubte ich denn da zu sehen?

Als ich auf einer Höhe mit den Maispflanzen war, blieb ich erneut stehen. Wieder kniff ich die Augen zusammen, um besser sehen zu können.
Da war doch was! Oder jemand!
Eine Weile verharrte ich in dieser Position, doch noch immer konnte ich nicht mehr ausmachen als einen Schatten.

Plötzlich klingelte es hinter mir.
Ich erschrak und sprang zur Seite.
Ein Fahrradfahrer! Musste der mich so erschrecken?

Erneut starrte ich zu der Stelle, an der ich den Schatten gesehen hatte.
Er war weg!
Ich schauderte. War es ein Geist gewesen oder nur ein Hirngespinst?
Wie auch immer, ich wollte einfach nur hier weg. Ich rannte fast und immer wieder sah ich mich um.
Es war niemand mehr zu sehen, doch das Gefühl, dass ich beobachtet wurde, wollte nicht weichen.

Als ich sicher Zuhause angekommen war, schüttelte ich den Kopf. Ich hatte mir da offenbar etwas eingebildet. Ich sah eindeutig zu viele Krimis.

Zwei Tage später las ich in der Zeitung:
Grausiger Fund auf dem Maisfeld.
Ein Landwirt fand während der Maisernte die halb verweste Leiche eines Mannes …

Mir wurde heiß und kalt zugleich. Hatte ich etwa seinen Geist gesehen?

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Happy Halloween wünsche ich euch allen und denkt daran, Süßes bereitzuhalten, um die kleinen Monster zu besänftigen,

Martina Hildebrand

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Über buchstabenwiese

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53 Antworten zu Eine unheimliche Begegnung

  1. Anna-Lena schreibt:

    Na, das passt ja perfekt zum heutigen Halloween 🙂 .
    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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  2. Sadie schreibt:

    Guten Morgen,
    Ich bin mir nicht sicher ob es sich um eine „Halloween-Geschichte“ handelt,
    oder ob das tatsächlich passiert ist. Das wäre echt abgefahren, dort würde ich
    nicht mehr langlaufen.
    Wünsche dir einen schönen Abend.
    LG Sadie

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  3. nurmalich schreibt:

    Wer das als Tatsachenbericht liest hat wohl ne Maise 🙂

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  4. Anna Aprilwetter schreibt:

    Ein Teil davon ist fiktiv, na besser ist das. Sonst wäre das wirklich gruselig… wobei… der nicht fiktive Teil ja schon gruselig genug ist. [Und ich hoffe sehr, dass das, was ich für nicht fiktiv halte, auch wirklich gemeint ist. 😛 ] Habe mich auch gerade gerüstet, auf dass die kleinen Verkleidungsmonster klingeln mögen und ich sie besänftigen kann. 😉

    Alles Liebe!

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  5. minibares schreibt:

    Herrlich erzählt, liebe Martina.
    Und du hast Recht, Radfahrer mit ihrer Klingel können einen ganz schön erschrecken. Weil sie es oft so kurz hinter uns machen, anstatt schon von etwas weiter weg mal die Klingel zu betätigen.
    Liebe Grüße Bärbel

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Danke schön, liebe Bärbel. 🙂

      Stimmt, darüber rege ich mich auch oft auf. Wenn früh genug geklingelt würde, dann hätte ich auch genügend Zeit, Pepper und mich in Sicherheit zu bringen. 🙂

      Liebe Grüße,
      Martina

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  6. kowkla123 schreibt:

    Liebe Martina, da schiebw es einfach weg, alles Gute, Klaus

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  7. MinaLosa schreibt:

    Das hast du sehr spannend geschrieben, liebe Martina. Ich habe mir überlegt, dass ja auch durchaus der erste Teil fiktiv sein könnte 😉

    ❤ liche Grüße an dich
    Martina

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  8. twinsie schreibt:

    Huhu…….hab grad eben 4 kleine Monster mit Süßem abgefertigt 😄!

    Schönen Halloweenabend liebe Martina und liebe Grüße
    Eva

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  9. Träumerle Kerstin schreibt:

    Prima Martina! Ich denke, der Anfang war real und nur das grausige Ende erdacht. Wäre sonst gar zu schaurig 😯 Eine ähnliche Geschichte hatte ich letztes Jahr geschrieben, heut fiel mir nichts Gescheites ein und ich hatte auch keine Zeit.
    Ich habe kleine Laternen ums Haus stehen und Süße wurde schon reichlich eingefordert.
    Ich wünsche Dir einen gruselfreien Abend.
    Viele Grüße von Kerstin.

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  10. helago schreibt:

    Immer die pösen Radler. Das merk ich mir **Grins**
    Der Hallow(I)e(e)n Abend ist ohne Probleme und nervige Kinder verlaufen. Zwischendurch gabs mal ein Feuerwerk. Ich hab mir mal die Route für die Fahrt ins Elsass angeschaut. Ich denke wir werden die übliche Route nehmen… Morgen nachmittag stehen 6 Wein zur Probe an. Ich nehm mal die Digi mit, damit ihr auch was davon habt.
    Bon week – end.
    Helmut

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Ja, genau, immer diese bösen Radler, lieber Helmut. 😉
      Wenn sie rechtzeitig klingeln würden, wäre das kein Problem Pepper und mich in Sicherheit zu bringen, was übrigens auch sehr zur Sicherheit des Radfahrers beitragen würde. 😉

      Bei uns waren die Kinder nicht nervig, sondern sehr fröhlich und zum Erschrecken aufgelegt. 🙂

      Ja, mach das, damit wir den Wein wenigstens sehen, wenn wir ihn schon nicht trinken können. 😉

      Schönes Wochenende und liebe Grüße,
      Martina

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  11. Emily schreibt:

    Und da hätte ich Halloween beinahe verpasst. Wie gut, dass ich her gekommen bin 😉

    Einen wunderschönen Tag für dich, Emily ♥

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  12. kowkla123 schreibt:

    Alles Gute von mir für dich, schönes Wochenende, Klaus

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  13. claudi661 schreibt:

    Uuuaaaaahhhhh……..ich mag Halloween nicht. Die Bloggeschichte ist gruselig-schaurig-schön. LG Claudi

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  14. nixe schreibt:

    Gänsehaut….die kommt einem da, wenn man sich in die Situation hineinversetzt. Spannend geschrieben, liebe Martina.
    Liebe Grüße….ich zieh mal schnell die Gardinen zu :mrgreen:
    Tschüssi

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  15. kowkla123 schreibt:

    Liebe Martina, einen super Tag wünsche ich dir, Klaus

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  16. Traveller schreibt:

    Ui, was für ein gruseliges Erlebnis.

    lieben Gruß
    Uta

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  17. Nila schreibt:

    Hihi gruselige – geile Geschichte. 😉 Ich sah mich richtig selber vor diesem Maisfeld. Nur im Gegensatz zu dir wäre ich „Schisser“ schweissgebadet davongelaufen. „zwinker“
    Lg
    Nila

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Upps, ich habe dich gerade aus dem Spam-Ordner gefischt. Na so was. Wie gut, dass ich dich entdeckt habe.

      Hi, liebe Nila.
      Schön, dich hier zu lesen. ❤
      Danke schön. *freu*
      Ich bin mindestens genau so "schissig" wie du. 🙂 Auf der Runde war ich nicht alleine. 😉 Herr Buchstabenwiese und Pepper waren bei mir. Ansonsten war auch der reale Teil irgendwie schaurig.

      Liebe Grüße,
      Martina

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  18. Gabi schreibt:

    Ganz schön gruselig. Und ich hoffe doch, dass der ganz gruselige Teil der Geschichte fiktiv ist. 🙂
    Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis mit einem Foto. Ich war mal alleine im Weinviertel, mehr oder minder in der Einöde unterwegs um zu fotografieren. Felder, Landschaften – Das bei mir Übliche eben. 🙂
    Eines der Fotos, wo im Hintergrund ein Acker mit irgendwelchen Feldfrüchten zu sehen war, veröffentlichte ich in der Fotocommunity. Jemand schrieb unter anderem in seinem Kommentar :“… und die Person im Feld hat dich dabei beobachtet. “ Als ich mir das Bild genauer ansah, war da wirklich klein im Hintergrund was im Feld zu sehen. Das war mir weder vor Ort, noch zuvor am Foto aufgefallen. Mir lief es gleich ganz kalt über den Rücken, weil ich hundertprozentig wusste, dass ich dort mutterseelenallein war. Erst als ich das Foto vergrößerte sah ich, dass es irgend ein Gegenstand war. Ein Holzpfosten oder so. 🙂
    Aber im ersten Moment hatte ich das wirklich als gruselig empfunden. Der Gedanke, dass da jemand vielleicht in der Einöde so halb versteckt mitten im Feld steht und mich beobachtet, ließ es mir kalt über den Rücken laufen. Da fallen einem dann regelrecht alle Krimi- und Horrorgeschichten ein, die man je gelesen oder gesehen hat. 🙂
    Liebe Grüße
    Gabi

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Ja, der ganz gruselige Teil ist fiktiv, liebe Gabi. 🙂
      Bei der Hunderunde war es tatsächlich mal so, dass es auf dem Maisfeld so aussah, als stünde da jemand. Ich habe da hingestarrt und versucht Genaueres zu erkennen. War aber zu weit weg. Und als ich näher kam wirkte es so, als schwebe dieser Schatten ins Maisfeld. War irgendwie seltsam. Das ging mir nicht aus dem Kopf und da dachte ich mir, das wäre die richtige Geschichte für Halloween. Zum Glück lese ich keine Zeitung. 😉

      Waah, da hätte es mich aber auch gegruselt. Es ist ja manchmal schon unheimlich, wenn man so alleine ist, weit und breit niemand zu sehen ist, aber jemand der sich dann versteckt und einen beobachtet …. waaah, da geht gleich das Horrorkopfkino an.

      Was Maisfelder angeht, da ist mir eh manchmal etwas mulmig zumute, nachdem ich mal ein Buch gelesen habe, wo ein Maisfeld bei einem Mord eine Rolle spielte. *grusel* 🙂
      Und im Moment gibt es hier Rübenfelder, die noch nicht abgeerntet sind, warum auch immer. Dort wachsen manchmal so lange Pflanzenteile raus, die von weitem aussehen, als stünde dort jemand. Dem bin ich letztens schon auf dem Leim gegangen. 🙂 Ich dachte die ganze Zeit, warum geht der nicht weiter, hat der nun einen Hund dabei oder nicht. Da Pepper sich ja nicht mit anderen Rüden verträgt, passe ich immer auf, damit ich ihn rechtzeitig an die Leine nehmen kann. Und dann stellte sich heraus, dass da nur eine Pflanze so hoch aus dem Rübenfeld herausragte. *lach* Mittlerweile falle ich da natürlich nicht mehr drauf rein. 🙂

      Liebe Grüße,
      Martina

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      • Gabi schreibt:

        Ja stimmt. So Felder auf weiter Flur, überhaupt wenn man auch noch ganz alleine unterwegs ist, können manchmal ganz schön gruselig sein. Und wenn es dann in den Maisfeldern auch immer wieder mal da und dort raschelt. 🙂 Überhaupt wenn es schon dämmert oder dunkel wird.
        Obwohl das ja meist Tiere sind, die sich darin verstecken, wird es einem manchmal etwas mulmig dabei.:-)
        Und stimmt. Wenn ich Zeitungen lese oder Nachrichten sehe oder höre, kriege ich meist mehr Angst, als bei dem ärgsten Krimi oder Thriller.

        Liebe Grüße
        Gabi

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        • buchstabenwiese schreibt:

          Wenn es dämmert oder dunkel wird, dann gehe ich sowieso nicht mehr in die Felder. Da bin ich viel zu schissig. 🙂 Wenn es dunkel ist, ist es dort stockfinster. Da sind ja keine Laternen. 🙂
          Dann gehe ich nur noch hier unsere „riesige“ 😉 Dorfhaupststraße lang, entlang der Häuser, das ist mir schon gruselig genug, aber da gibt es wenigstens Laternen und einen Grünstreifen. 🙂 Um unser kleines Dorf sind nur Felder, da ist dann also alles finster.

          Liebe Grüße,
          Gabi

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        • Gabi schreibt:

          Ist klar.
          Will ich in Gegenden mit Feldern gehen, muss ich dahin ja ein Stückchen mit dem Auto fahren. Und da ich ja eine „Immer-Späte“ bin, kommt es vor – überhaupt im Winter – dass ich dann bei der Runde am letzten Stück dann in die Dämmerung oder ins Dunkle komme. Aber das macht mir komischerweise nichts aus. Ich kenne ja den Weg und eine Taschenlampe habe ich für alle Fälle auch immer dabei. Und Kira hat dann ein Leuchthalsband, damit andere, die vielleicht noch mit Hunden unterwegs sind (kommt vor), gleich von Weitem sehen, dass ich auch einen Hund bei mir habe. Und sobald es dunkel wird kommt Kira auf jeden Fall an die Leine.
          Ob ich ohne Hund da auch im Dunkeln gehen würde, das weiß ich nicht.
          LG Gabi

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        • buchstabenwiese schreibt:

          Ach so. Ich habe die Felder ja direkt vor der Türe. Da passt es immer. 🙂
          Mir wäre es trotz Pepper schon ein bisschen mulmig. Obwohl Pepper in der Dämmerung viel empfindlicher reagiert, wenn jemand kommt. Unbemerkt könnte sich keiner anschleichen. 🙂

          Liebe Grüße,
          Martina

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  19. ernstblumenstein schreibt:

    Ich erinnere mich noch an dein letztjähriges Schauermärchen, dieses aber ist noch genialer, Schmunzler. Ich liebe deine Halloweengeschichten sehr! Gefällt mir.
    Tschau und einen lieben Gruss ins Rheinland… Ernst

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Immer her mit den Buchstaben. :-) Danke schön. ♥

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