Noch ein Buch – Marina

Buecher © Martina Hildebrand 2013

Heute bin ich ideenlos. Aber sie sind irgendwo da oben drin, die kreativen Gedanken. Ich muss sie nur noch hervorlocken.

Mirabella scheint es ähnlich zu gehen. Sie läuft auf dem Schreibtisch hin und her. Ihre Flügel leuchten mal blau, mal orange und flattern leicht. Ihren Zeigefinger hat sie auf die Lippen gepresst und die Stirn gerunzelt. Ab und zu bleibt sie stehen, schüttelt den Kopf und murmelt Unverständliches vor sich hin. Dann läuft sie weiter hin und her. Ich möchte mal wissen, was sie da wieder ausheckt.

Bis ich meine kreativen Gedanken gefunden habe, habe ich noch eine Buchrezension für euch. Auch dieses Buch habe ich im März gelesen.   

„Marina“ von Carlos Ruiz Zafón

Marina © Martina Hildebrand 2013Regelmäßig entflieht der 15jährige Óscar nachmittags dem düsteren Internat, um durch die Straßen Barcelonas zu streifen. Hier fühlt er sich frei und glücklich. Er ist fasziniert vom Zauber der einstigen Herrschaftsvillen, von denen teilweise nur noch Ruinen dastehen und das Ganze wie eine Geisterstadt wirken lassen.

Eines Tages trifft er in einer der Straßen die gleichaltrige Marina. Sie lebt mit ihrem Vater Germán in einer alten Villa mit verwildertem Garten, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Óscar ist bezaubert von dem Mädchen und eine besondere Freundschaft und Liebe entwickelt sich zwischen den beiden.

Als Marina Óscar den geheimnisvollen alten Friedhof von Sarriá zeigt, stoßen sie auf das düstere Geheimnis um den ehemals reichsten Mann Barcelonas und ein Abenteuer beginnt, dass so keiner erwartet hat …

Der Sprachstil des Autors ist unglaublich. Er schreibt sehr bildhaft, spannend, gefühlvoll, fast poetisch. Gefällt mir sehr.
Die Geschichte ist atemberaubend, geheimnisvoll, fantastisch (im Sinne von grotesk märchenhaft) und berührend.
Eigentlich beinhaltet das Buch zwei Geschichten.
Eine berührende Liebesgeschichte um Óscar und Marina, in der eine zweite, eine Grusel- und Horrorgeschichte um eine Art barcelonischen Frankenstein mit zombieartigen Wesen, steckt.

Ich muss zugeben, es gab Stellen in dem Roman, an denen ich dachte: Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mir das Buch nicht gewünscht. Stellen, die ich eklig und gruselig fand. Das hatte ich so nicht erwartet. Ein kleiner Hinweis im Klappentext wäre sinnvoll gewesen.
Für einen Moment dachte ich sogar daran das Buch wegzulegen, doch dazu war es dann doch zu spannend. Außerdem war es nicht die ganze Zeit gruselig.
Als ich das Buch dann zu Ende gelesen hatte, war ich so berührt, dass ich Gänsehaut bekam.

Fazit
Ich bin zwiegespalten. Kann ich das Buch nun empfehlen oder nicht?
Einerseits fand ich das Buch unglaublich schön und gut, andererseits hätte ich mir weniger Grusel und Ekel gewünscht. Ich bin kein Fan von Horrorgeschichten. Hier wäre weniger mehr gewesen, zumal der Gruselteil völlig realitätsfern war.
Dennoch bin ich froh, dass ich den Roman gelesen habe.
So mag jeder selbst entscheiden, ob diese Kombination aus gefühlvoller Liebesgeschichte und surrealer Horrorgruselgeschichte etwas für ihn ist.
Gut geschrieben ist es auf jeden Fall.

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Ich wünsche euch einen zauberhaften Sonntag ohne Gruselgestalten. 😉

Martina Hildebrand 

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18 Antworten zu Noch ein Buch – Marina

  1. tabea schreibt:

    Ich habe „Der Schatten des Windes“ von diesem Autor gelesen und war von dem Buch fasziniert, auch wenn ich sofort nachvollziehen konnte, was Du hier über die gruseligen Stellen im Buch schreibst. In „der Schatten des Windes“ gibt es auch einige „dunkle“ Stellen, die ich allerdings noch nicht unter „Horror“ einordnen würde, eher unter „spannend und mystisch angehauchter Krimi“. Und mir geht es da wie Dir – zu viel davon mag ich nicht. Seither habe ich die Klappentexte mehrerer Bücher durchgelesen – und die Bücher stehen gelassen. Die Stories scheinen mir alle ähnlich „gestrickt“ und die Surrealitäten in seinen Büchern scheint der Autor weiter ausgebaut zu haben, wenn ich den Rezensionen glaube …

    Und Deine Rezension bestätigt diesen Eindruck.

    Liebe Grüße in den Sonntag,
    Tabea

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Liebe Tabea,
      „Der Schatten des Windes“ habe ich auch gelesen. Ich muss gestehen, ich weiß gar nicht mehr so genau, worum es da ging. 😳 Ist schon ein bisschen her. Es kamen schon sooooo viele Bücher danach. Ich weiß nur noch, dass ich die ersten Seiten etwas langatmig fand, dann aber gefesselt war und dass es mir insgesamt sehr gut gefallen hat. „Dunkle Stellen“ gab es, aber ich erinnere mich nicht, dass es da eklig horrormäßig wurde. Immerhin hatte ich auch noch das nächste Buch „Das Spiel des Engels“ gelesen. Auch hier erinnere ich mich nicht mehr an Einzelheiten, aber auch das hatte mir gefallen, obwohl „Schatten des Windes“ noch besser war. Vermutlich werde ich irgendwann auch noch das dritte Buch „Gefangene des Himmels“ lesen, da die Bücher irgendwie zusammenhängen sollen. Mal sehen. Noch ist es ja nicht als Taschenbuch erhältlich.

      „Marina“ hat der Autor offenbar vor den anderen Büchern geschrieben. Ich glaube, es ist das erste in dieser Art, hat auch weniger Seiten und liegt ihm besonders am Herzen, wie er vorab in dem Buch schreibt. Es hängt aber nicht mit den anderen zusammen. Was die Gruselstellen angeht, da gab es wirklich eine Stelle, oder auch zwei 🙂 , an der ich dachte „Nee, also jetzt ist es zu viel“. Gestalten, die man als eine Art Zombies bezeichnen könnte, fallen eindeutig unter Grusel und Horror. Immerhin hat der Autor es so gut geschrieben, dass ich sogar den Geruch eklig fand. 🙂
      Dennoch hat es mir irgendwie gefallen, da es auch die andere Seite in dem Buch gab.

      Ja, ich denke, die Bücher ab „Schatten des Windes“ sind alle ähnlich aufgebaut. Überhaupt sind die Bücher von ihm eher als düster und stellenweise auch als surreal zu bezeichnen, finde ich.

      Liebe Grüße,
      Martina

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  2. klatschmohnrot schreibt:

    Nun bin ich auch gespannt, liebe Martina,
    was Mirabella da ausheckt. Danke auch für die Buchempfehlung, es liest sich interessant, andererseits bin ich unsicher, ob ich die von dir geschilderten „Ekelszenen“ lesen möchte. Ich überlege noch und lese solange von meinem Bücherberg!
    Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag dir
    Regina

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Gerne, liebe Regina.
      Hätte ich vorher von den Gruselszenen gewusst, hätte ich es mir vielleicht auch nicht gewünscht. 🙂 Ich weiß es nicht. Andererseits bin ich froh, es doch gelesen zu haben. Ich bin da hin- und hergerissen. 🙂

      Herzliche Grüße und viel Spaß mit deinem Bücherberg 🙂 ,
      Martina

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  3. wortmeer schreibt:

    Ach, ich habe irgendwie schon seit einiger Zeit keine so rechte Ruhe zum Lesen… Mir geht so vieles im Kopf herum und überhaupt… 😉 Das kommt aber sicher bald wieder.
    Heute ist hier der Frühling endlich angekommen. Ich hoffe, er bleibt.
    Sonnige Grüße zu Dir,
    Doreen

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Daher lese ich oft nur abends im Bett, liebe Doreen. Dann kann ich eher zur Ruhe kommen und schlage zwei Fliegen mit einer Klappe. Lesen und abschalten. 🙂 Nicht lesen, das kann ich mir gar nicht vorstellen.
      Inzwischen lese ich auch immer mal wieder am Tage. Mit Kind hat man am Tag aber auch weniger Ruhe dazu, denke ich.
      Bei uns war es gestern auch endlich mal richtig schön frühlingshaft. Ich hoffe mit dir. 😉

      Herzliche ♥ Grüße,
      Martina

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  4. kowkla123 schreibt:

    Danke für deine Info, so spare ich das suchen und zur Zeit suche ich auch ab und zu nach dem Antrieb, schönen Sonntag, Klaus

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  5. Michaela schreibt:

    Ideenlos ist man nie liebe Martina diese Gedanken verstecken sich immer nur sehr gut 😉

    Hier ist zum erstenmal grandioses Frühlingswetter und deshalb schicke ich dir doch gleich mal ein paar sonnige, kreative Ideen!

    Ganz lieben Gruß, Michaela

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  6. Gabi schreibt:

    Mir tut es immer wieder leid, dass ich fast gar nicht mehr zum lesen komme. Mir geht es wie so manchen anderen, dass ich mir immer schwerer tue, mich dabei zu konzentrieren. Ich werde dabei auch sehr schnell müde und schläfrig. Und seit ich beim lesen eine Brille tragen muss ist es auch nicht mehr das selbe, wie ohne. Es strengt irgendwie mehr an und ich kann mich einfach nicht gewöhnen, so ein „Gestell“ auf der Nase sitzen zu haben. 🙂 Es stört mich wirklich.

    Liebe Grüße
    Gabi

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Da wäre vielleicht ein Ebook-Reader was für dich, liebe Gabi. 🙂 Da kannst du die Schriftgröße einstellen. Ich finde das sehr angenehm, da ich mittlerweile auch nicht mehr so ohne Weiteres ohne Lesebrille lesen kann. Ist bei mir etwas kompliziert, da ich auch kurzsichtig bin. Trage also sowieso eine Brille oder Kontaktlinsen zum Weitgucken. Habe ich die Brille auf, muss ich sie zum Lesen von kleiner Schrift abnehmen. Dann muss ich aber alles sehr nah halten. Zum Lesen auch nicht sooo optimal. Trage ich Kontaktlinsen, brauche ich eine Lesebrille. Es ist bei mir noch nicht so viel, aber ich merke es schon. Ist alles irgendwie blöd. Mit dem Ebook-Reader klappt das dann besser, habe die Schrift einfach größer gestellt. Irgendwann brauche ich aber auch eine vernünftige Lösung mit Brille. Auf meine Bücher will ich nicht verzichten. 🙂

      Vielleicht ist deine Brille nicht leicht genug oder sitzt nicht gut, dann kann eine Brille schon sehr stören. Anstrengend sollte das Lesen mit Brille allerdings nicht sein. Im Gegenteil. Wenn es die richtige Stärke ist, dann sollte es eigentlich angenehmer sein, die Augen weniger anstrengen. Vielleicht ist sie zu stark?

      Liebe Grüße an dich ♥ ,
      Martina

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      • Gabi schreibt:

        Wir haben uns eh schon mal über den ebook Reader ausgetauscht und eben auch wegen der Lesbarkeit ohne Brille denke ich mir, dass er für mich nicht so schlecht wäre. Nur bin ich momentan noch der Meinung, dass er sich vielleicht nicht auszahlt, weil ich ja zur Zeit nicht so viel zum lesen komme. Aber vielleicht würde sich ja das dann ändern. 🙂 Aber ich hab noch so einige „richtige“ Bücher, die ich vorerst auch noch lesen möchte. Aber wer weiß, vielleicht entscheide ich mich ja dann mal schneller dafür, als ich momentan glaube.

        Das mit den Brillen ist wirklich blöd. Mir ist es jetzt schon zweimal passiert, dass bei einer neuen Lesebrille es nur eher relativ kurz optimal sind und sich dann wahrscheinlich recht bald wieder was an einem oder beiden Augen verändert. Aber ich kann mir ja nicht ständig neue Brillen machen lassen. Außerdem bin ich eigentlich ja auch schon leicht kurzsichtig und sollte deswegen auch eine Brille tragen, aber ich fürchte dann das gleiche Problem wie es bei Dir ist. Und eine gute Gleitsichtbrille ist mir zu teuer.

        Bei mir sitzen Brillen nie so wirklich richtig. Ich hab eine Nasenscheidewandverkrümmung und dadurch ist meine Nase an der Wurzel etwas krumm. Darum passt das meist nicht gut. Selbst wenn sie eingestellt sind, sitzen sie immer etwas schief. Und ich denke, darum „spüre“ ich auch jede Brille so stark.
        Ich trage deswegen auch nie Sonnenbrillen.

        Und bei Kontaktlinsen würde ich dann ja erst recht wieder eine Lesebrille brauchen. Ich glaub, ich sollte mich da mal näher darüber mit einem Optiker unterhalten. 🙂 Ich schieb das leider immer vor mich her. 🙂

        lg Gabi

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        • buchstabenwiese schreibt:

          Was das angeht, kann ich dich gut verstehen. Ich schiebe sowas auch immer wieder von mir weg. 🙂
          Eine Gleitsichtbrille ist mir auch zu teuer. Außerdem befürchte ich, dass sich das noch nicht lohnt. Möglicherweise verändern sich die Augen noch kurzfristig in Bezug auf die Lesestärke.
          Sonnenbrillen trage ich übrigens auch nicht so gerne. Geht ja auch nur, wenn ich Kontaktlinsen trage. Bei mir hat es aber eher den Grund, dass ich es lieber hell habe, obwohl meine Augen das gar nicht so gut vertragen. Klingt blöd, ist aber so. 🙂 Daher trage ich im Sommer auf der Hundrunde immer so ein Käppi mit Schirmchen vorne. Manchmal bin ich halt kompliziert. 🙂

          Mit dem Ebook-Reader, das ergibt sich schon, wenn es an der Zeit ist und du gerne einen haben möchtest. Nur kein Stress. Ein guter mit Licht ist ja auch nicht gerade billig. Ich mit meiner Entscheidungsfreude hätte wohl auch noch keinen, wenn mein Mann ihn mir nicht geschenkt hätte. 🙂

          Liebe Grüße,
          Martina

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        • Gabi schreibt:

          Ich kenn das mit der Entscheidungsfreudigkeit. 🙂 Ich brauch auch immer ewig, bis ich weiß, was ich nehmen soll. 🙂

          LG Gabi

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        • buchstabenwiese schreibt:

          🙂 Wir versuchen eben immer die richtige Entscheidung zu treffen. 🙂

          LG,
          Martina

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  7. Traveller schreibt:

    „Marina“ kenne ich nicht, aber ich habe vor einiger Zeit „Der Schatten des Windes“ gelesen – auch ein Roman, der in Barcelona spielt. Dabei geht es ein wenig märchenhaft, sehr spannend und gar nicht eklig um einen schattenartigen Mann, um Bücher und viele Geheimnisse.
    Danach habe ich dann auf den zweiten Roman gewartet: „Das Spiel des Engels“ – ebenfalls spannend, geheimnisvoll und sehr ähnlich dem ersten (auch wenn die Geschichte eine andere ist).
    Der Stil des Autors ist fantastisch, allerdings habe ich den Verdacht, dass er themenmäßig etwas eingeschränkt ist – sage ich mal so.

    Lieben Gruß
    Uta

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    • buchstabenwiese schreibt:

      Die beiden Bücher habe ich auch vor einiger Zeit gelesen. Mir haben sie auch gefallen und dort fand ich auch nix eklig. 🙂
      Ich sehe das ganz genauso, dass der Autor themenmäßig etwas eingeschränkt ist.
      Es geht immer um Barcelona, düstere Geheimnisse usw.
      „Der Gefangene des Himmels“ soll ja mit „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ irgendwie zusammenhängen. Wenn es das als Taschenbuch gibt, werde ich das vermutlich trotzdem auch noch lesen. Mal sehen. 🙂

      Liebe Grüße,
      Martina

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